Titelverleihung: Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage

Vom 19. – 23.05.2014 hatte jede Klasse einen gesonderten Aktivitätenplan. Die 5.Klassen waren im Mehrgenerationenhaus und sollten etwas über die interkulturelle Vielfalt erfahren. Das Thema für die 6.Klassen hieß: Mit Fremden leben, die Klasse 8a setzte sich mit dem Thema Gewalt auseinander, beide 9.Klassen waren für das Programm am Tag der Titelverleihung (22.5.) zuständig. Dazu wurden fünf Workshops gebildet:

 

  • Filmworkshop „Wir sind gegen Gewalt“,
  • Trommeln gegen Gewalt,
  • Antiaggressionsworkshop,
  • Breakdance,
  • Musik und Text als Sprachrohr gegen Gewalt.

Außerdem waren sie noch in Bergen-Belsen.

Die 10.Klassen unternahmen verschiedene Exkursionen wie z.B. zum Stadtfriedhof oder ins Zeitgeschichtliche Forum Leipzig bzw. hatten Gesprächsrunden mit der Bundeswehr. Beide 7.Klassen hatten ihr BRAFO-Projekt und die 8b war auf Klassenfahrt. Wir sind die 102. Schule in Sachsen-Anhalt und die 4. im Saalekreis, die diesen Schultitel nun tragen darf. Damit verpflichten wir uns, Verantwortung zu übernehmen und das Schulklima entsprechend zu gestalten. (Jenny M., Kl. 9b)

Hier einzelne Berichte der Klassen zum Projekt:

Die Klasse 8a gestaltete Plakate über bzw. gegen Gewalt. In Gesprächen mit Herrn Baberski stellten wir fest, dass wir uns keine Cliquen mit Vorbestraften aussuchen sollten. Außerdem gab’s noch einen Workshop (coloured classes) mit drei jungen Leuten über Diskriminierung. (Lisa)

Die Klasse 6a war einen Tag in der Hochschule zum Sport. Dort gab’s ein Fußballturnier und Federballmatch. Fairness im Sport ist wichtig, das lernten wir. Außerdem fertigten wir Plakate über andere Länder an. (Hanna Sch.)

Wir fanden die Tage im MGH sehr abwechslungsreich: Holzratschen herstellen, töpfern, Basteln mit Papier, Namenbänder fädeln, Collagen gestalten und natürlich viel Bewegung im Freien. (Anna-Lena H., Kl. 5b)

Am Dienstag, den 20.05.2014, kam ein Schauspieler aus dem Thalia Theater aus Halle zu uns Schülern der 10.Klasse. Er hat uns das interaktive Stück „Klamms Krieg“ vorgespielt. In dem Stück geht es um den Lehrer Klamm, der einem Schüler mit der erteilten Prüfungsnote in Deutsch das Abitur vermasselt. Dieser Schüler begeht daraufhin Selbstmord und der Leistungskurs erklärt dem Lehrer Klamm den Krieg. Wie Klamm sich diesem Krieg stellt, wird in dem Ein-Mann-Stück gezeigt. Selbst Klamm fühlt sich zum Schluss zum Selbstmord getrieben, ob er ihn aber begeht, bleibt offen. Wir waren am Mittwoch, den 21.05.2014, im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig. Dort wurden wir durch die Dauerausstellung der DDR geführt, der Gruppenleiter hat uns auch interessante Fakten zur DDR erzählt. (Alexander J., Kl. 10b)

Am Freitag, den 23.05.2014, waren die 10. Klassen in der 1./2. Std. auf dem Merseburger Stadtfriedhof in der Geusaer Straße. Mit dieser Exkursion wurde das Ethikthema „Tod und Trauer im Leben“ abgerundet. Wir machten einen Rundgang auf dem Friedhof. Dies war sehr interessant. Wir sahen die farbenfrohe Gestaltung und Anordnung und man denkt, man in einem Paradies sei. Somit haben Familienangehörige das Gefühl, ihren verstorbenen Angehörigen geht es gut. Über Tod nachzudenken, fällt jedem schwer, weil man eigentlich davor Angst hat. Durch diese Unterrichtsstunden konnten wir unsere Beklommenheit ein wenig ablegen. (Kathleen L. ,Kl. 10b)

Wir (die Schüler beider 9.Klassen) übten für das Programm zur Festveranstaltung. Zuerst unterhielten wir uns über Gewalt und machten verschiedene Kampfübungen/Selbstverteidigung. Am Donnerstag hatten wir ein Zeitzeugengespräch mit Anastasia Gulei und Zipora Feiblowitsch. Beide Frauen überlebten den Holocaust und konnten uns anschaulich die Gräuel des Krieges begreiflich machen. Anschließend fand unsere Festveranstaltung statt, wo wir unsere Projektergebnisse präsentierten. Zum Abschluss der Woche fuhren wir am Freitag ins Konzentrationslager nach Bergen-Belsen. Dort wurden wir durch das Konzentrationslager geführt. Tief bewegt und schweigend sahen wir zu, wie Frau Feiblowitsch an den Massengräbern etwas niederlegte. Geschichtsunterricht nicht aus Büchern, sondern an Originalplätzen zusammen mit Zeitzeugen erlebend – das bleibt in unserer Erinnerung! (Nicole K, 9a)

Und es geht weiter

Nachdem wir zu Beginn des Schuljahres in unserem Projekt "Wir vergessen nicht" unter anderem das Leben des einzigen noch Lebenden des Arbeits- und Erziehungslagers Zöschen im Dritten Reich erforscht haben, haben wir einen Brief an Herrn Arie Kooiman geschrieben. Am Ende der Herbstferien hatten wir dann Antwort von ihm. In seinem Brief schrieb der 92-jährige, dass er den Kontakt mit der Klasse aufrecht erhalten und die Mädchen und Jungen gern persönlich kennen lernen möchte. Aber wie das so ist, wenn er Zeit hätte und in Deutschland weilt, haben wir Ferien. Bei der Festveranstaltung zum 70. Jahrestag der Razzia in Beverwijk war ich eingeladen und konnte mit ihm sprechen. Dort betonte er nochmals seinen Wunsch. In der vergangenen Woche, es waren wieder Ferien, war eine niederländische Delegation mit Arie Kooiman in Zöschen. Dort bat er, wenn er im nächsten Jahr wieder kommt, dann würde er gern die Klasse und die Schule kennenlernen. Ich finde das als eine super Idee und es zeigt sich, dass Geschichte nicht nur trocken ist, sondern sich auch menschlich anfühlen kann. Also erfüllen wir ihm seinen Wunsch.

(Frau Schade, Klassenleiterin der Klasse 8b)